Die BILD war bei Assange


Kaum zu glauben, was die BILD aus der Gelegenheit macht, den WikiLeaks-Gründer Julian Assange zu interviewen. Ob man sich dabei lediglich an den Horizont der Leser angepasst hat, oder dieses Interview den Horizont von BILD veranschaulicht - ich weiß es nicht so genau, vermutlich aber ein wenig von Beidem.
Wie nicht anders zu erwarten, begann BamS Reporter Reinhard Keck sein Interview mit der Frage, die uns alle wohl am meisten interessiert. Einer Frage, die uns allen unter den Nägeln brennt. Die Frage, die wohl jedem Journalisten als erstes durch den Kopf schießt, wenn er Julian Assange interviewen darf:

"Haben sie zu Weihnachten schöne Geschenke bekommen, Herr Assange?"

Um die Dramatik dieser Frage noch  zu unterstreichen, betont man dabei extra, dass sie "keuchend" gestellt wurde, denn Assange "stapft gleich nach der Begrüßung mit langen Schritten über die schneebedeckte Wiese; der Reporter kommt kaum hinterher." Erkennt man auch gleich an den zum Artikel gehörigen Bildern, der Reporter ist förmlich am Laufen und hat dabei lässig eine Hand in seiner Hosentasche. Die nächste relevante Frage lässt nicht lange auf sie warten.  

"Hat der WikiLeaks-Chef auch seine Liebsten beschenkt?"

will der Reporter wissen und stellt somit erneut investigatives Geschick und Fingerspitzengefühl unter Beweis. Das war's. Mehr gibt es auch nicht zu berichten. Abgesehen von 2-3 Informationen, die man auch zuvor schon zigfach gelesen hat, wird nur noch etwas über eine Kinderstimme berichtet, die Assange mal eben erschreckt, aber das war's auch schon. Was BILD mit diesem "Interview" bezwecken wollte, wird spätestens mit dem letzten Satz des Artikels klar - nämlich die Bedeutungslosigkeit von Assange und WikiLeaks zu manifestieren.

"Ein Winken zum Abschied. Als ich unseren Weg zurückgehe, sind alle Fußspuren von Julian Assange vom Schneewind verweht."

Das nenne ich doch mal objektiven Journalismus vom Feinsten. Den ganzen Haufen Scheiße könnt ihr hier nachlesen.





2 Responses So Far:

Barbara hat gesagt…

Danke für den Link zum Schluß... Aber nein danke. Ich muss nicht jeden Sch* lesen. Bei der Bild halte ich es mit den Ärzten: „denn die besteht - wer wisse das nicht - aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht“.

Thumbsucker hat gesagt…

Um das "Lesen" gehtes da auch nicht, vielmehr um's "Reinschauen" um zu wissen, was 80% der Bürger gerade beschäftigt. In Deutschland ist es die BILD und in Österreich die Krone(und Österreich).

Schließlich muss man ja wissen, warum relevante Themen an Vielen vorbeischrammen, während über einen Unfall bei Gottschalk wochenlang diskutiert wird ;)

 
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